Castillo San Cristóbal

File 128An der Felsenküste im Osten von San Juan Viejo erhebt sich das monumentale und bemerkenswerte Castillo San Cristóbal (Öffnungszeiten: Tägl. 9-17 Uhr/ Eintritt $ 3,-). Es wurde von 1634 bis 1783 auf dem Cerro de la Horca (= Galgenhügel) nach Entwürfen der Militärbaumeister Tomás O´Daly und Juan Mestre erbaut und sollte die Stadt vor Angriffen zu Land schützen. Ein Gelände mit mehr als 10 ha wurde damit ausgebaut und die Anlage erreicht eine stolze Höhe von 50 Meter, hauptsächlich den Stadtkern San Juans umschliessend. Der Eingang zur Stadt war zusätzlich mit den San Cristóbal Doppeltoren versiegelt.

File 305Es ist ein abenteuerlicher Ort, an dem es viel zu entdecken gibt. In grossen Gräben standen die feindlichen Truppen unter direktem Beschuss, diverse Tunnel dienten dem Geschütznachschub und der taktischen Verlagerung von Soldaten und die Plaza de Armas inmitten von hohen Gemäuern fungierte als Exzerzierplatz. Unter der Plaza befinden sich noch grosse Zisternen, die der Wasserversorgung während einer Belagerung dienten. Komplettiert wurde die Burg mit einer Kapelle, in der das Andachtsbild der Heiligen Barbara, der Schutzheiligen der Artilleristen, platziert wurde.

File 344Insgesamt besteht die Verteidigungsanlage aus fünf unabhängigen Einheiten, die durch die Wassergräben und Tunnel miteinander verbunden sind. Jede Einheit ist so konzipiert, dass sie sich selbst versorgen konnte, falls die anderen fallen. Wie jede Befestigungsanlage San Juans krönen auch die Mauern von San Cristóbal die typisch puertoricanischen "Garitas", die kuppelüberdachten Militärposten. Einer unter ihnen trägt den Namen "La Garita del Diablo" (= Teufels-Garita). Er steht an einsamer Stelle mit Blick auf das offene Meer und ist der älteste noch bestehende Teil der Festung (1634).

Noch 1898 wurde das Castillo San Cristóbal im Spanisch-Amerikanischen Krieg von US-Kriegsschiffen beschossen. An der Nordseite ist noch die Kanone "Cañón Oróñez", die am 12. Mai 1898 den ersten Kanonenhagel im Spanisch-Amerikanischen Krieg abfeuerte, zu besichtigen. Nur sechs Monate später wurde Puerto Rico Territorium der USA und das US-Militär nutzte das Fort bis 1961. Danach wurde hier ein Nationalpark eingerichtet. Seit 1983 ist es UNESCO-Weltkulturerbe und wird zusammen mit der ebenso gewaltigen El Morro-Burg vom US National Park Service verwaltet. Eine der Kasernen an der Plaza de Armas ist heute ein Museum – auf zwei Etagen verteilen sich acht Gewölberäume, von denen einer unberührt und wie vor 200 Jahren eingerichtet ist. Auf ausgezeichneten Besichtigungstouren (Beginn tägl. 10 Uhr und 14 Uhr) werden auch interessante Legenden, die bis heute unter den Einheimischen kursieren, zum plötzlichen Verschwinden der Wachposten auf den Garitas erzählt. Desweiteren hat man von der Festung aus einen fantastischen Ausblick auf die Bucht von San Juan.