Guayama

File 113Guayama liegt an der Südküste am Karibischen Meer und war in den vergangenen Jahrhunderten zu Zeiten der Kolonialisierung eine sehr wohlhabende Stadt. Heute ist sie vorwiegend industriell geprägt, hat einige wenige Sehenswürdigkeiten, bietet sich aber hervorragend dazu an, interessante Landschaften und Parks in der Umgebung zu erkunden. Zwischen Guayama und Santa Isabel befindet sich östlich des Städtchen Salinas das Waldgebiet von Aguirre, in dem man durch Mangrovengebiete, Wattflächen und zu einigen kleinen Seen wandern kann. Es gibt viele naturgeschützte Vogelbrutplätze und das Gebiet eignet sich wunderbar zur Vogelbeobachtung. Zudem werden hier geführte Wandertouren und Kajakverleih angeboten. Das Reserva Natural Mariposario Las Limas grenzt an die Stadt und ist bekannt für seine grosse Schmetterlingsammlung. Auch hier erhalten Sie viele Informationen von professionellen Führern. Zudem ist das Naturschutzgebiet mit vielen Fischteichen und einem Museum ausgestattet und eignet sich ebenso gut zur Vogelbeobachtung.

Guayama selbst wurde um 1736 gegründet und trägt den Beinamen "La Ciudad Bruja" (Die Hexenstadt). Zu ihren kulturellen Highlights gehört das um 1913 eröffnete Teatro Bernadini, auf dessen Bühne Künstler von internationalem Ruhm standen und wodurch Guayama Anfang des 20. Jh. zum wichtigsten kulturellen Zentrum der gesamten Insel wuchs. Überbleibsel dieser Blütezeit sind auch das Centro de Bellas Artes, ein Kunstmuseum klassizistischer Architektur mit 11 Räumlichkeiten, in denen historische Gegenstände und Gemälde ausgestellt werden.

Ein absoluter Höhepunkt ist das Museo Casa Cautiña, benannt nach ihrem Erbauer Don Genaro Cautiño Vásquez, der es für seine Familie als Wohnhaus plante. Das 1887 errichtete Gebäude ist ein schönes Beispiel für die Verbindung von neoklassizistischer und creolischer Architektur. Die historisch belassenen Räume schildern äusserst interessant das gesellschaftliche Leben von Mitgliedern der Oberschicht im ausgehenden 19. Jh. Die Familie besass zudem eine umfangreiche Kunstsammlung, die seit 1987 in den Räumlichkeiten des Museums für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Eine weitere Empfehlung ist das Kunsthandwerkszentrum im alten Bahnhof von Guayama, in dem man u. a. auf die grossen puertoricanischen Bomba Trommeln trifft, die mit den afrikanischen Sklaven auf die Insel kamen und bis heute in ihrer Tradition gepflegt werden.

Auch in Guayama ist der Hauptplatz nach dem spanischen Seefahrer benannt, die Plaza de Recreo Cristóbal Colón ist hübsch von Bäumen gesäumt, auf ihr befindet sich die Iglesia de San Antonio de Padua, die als einziger neuromanischer Bau in Puerto Rico bekannt ist. Im Juni finden alljährlich die Fiestas Patronales de San Antonio de Padua statt und es wird ausgiebig mit Tänzen, kulinarischen Köstlichkeiten, Paraden und religiösen Prozessionen zu Ehren des Stadtheiligen gefeiert.