Rincón

File 197"Pueblo del Surfing" – die Surferstadt, so wird Rincón an der nordwestlichen Küste Puerto Ricos seit Jahrzehnten genannt. Die Stadt Rincón liegt knapp 25 km nördlich von Mayagüez und ist in einer halben Stunde gut mit dem Auto zu erreichen. Viele Amerikaner fühlen sich hier beinah heimisch, so dass auch Namen wie "Gringo Paradise" oder "Little Malibu" geläufig wurden. Hier brauchen Sie kein Wort Spanisch, denn an der westlichsten Ecke (= Rincón) der Insel wird überwiegend Englisch gesprochen. Rincóns Geschichte kann bis ins 16. Jh. zurückverfolgt werden, eine Zeit in der die Gegend hauptsächlich von Zuckerrohrplantagen umgeben war. Spätestens seit den Surfweltmeisterschaften 1968 als Bilder von Rincóns Stränden und Wellen von bis zu 5 m um die Welt gingen, konstituierte sich das Städtchen zu einem wahren Mekka des Surfsports.

Rincóns Strände sind von unterschiedlicher Schönheit, paradiesische Orte mit vielen Korallenriffen am Atlantischen Ozean. Sowohl Wellenreiter als auch Erholung und Entspannung suchende Urlauber sind hier gleichermassen willkommen. Zu den besten Surfstränden gehören die Playas Domes und Marias, die damals Standort der Surfweltmeisterschaften waren, sowie Tres Palmas, Sandy Beach, Pools Beach und Rincón Town Beach Plaza. In Rincón ist die Surferszene von Puerto Rico zu Hause, die beste Zeit zum Surfen ist von November bis März, aber auch im Spätsommer, wenn Gewitter und starker Wind aufkommt. Corcega Beach und Playa los Almendros (der Name bezieht sich auf die schattenspendenden Mandelbäume) sind fernab des Surfsports eher ruhig und von karibischer Schönheit. Es bestehen auch die Möglichkeiten zu tauchen, schnorcheln, reiten und Wale zu beobachten. Ausserdem ist Rincón berühmt für seine atemberaubenden Sonnenuntergänge.

Etwas nördlich des Ortskerns befindet sich die Punta Higüero, an der ein gut restaurierter Leuchtturm aus dem Jahre 1898 steht, mehrere Naturkatastrophen wie Erdbeben und Wirbelstürme überstanden hatte und seit 1933 wieder durchgängig in Betrieb ist. Er ist 30 m hoch und leitet die Seefahrer durch die Mona-Passage. Im "El Faro" ist ein Maritim-Museum untergebracht, das Artefakte aus historischen Schiffswracks – darunter spanische Gallonen – und eine kleine Geschichte der heimischen Seefahrerei präsentiert. Trotz des interessanten Interieurs bleibt die Aussicht vom Leuchtturm die grösste Attraktion und sollte keinesfalls verpasst werden, denn im Februar herrscht Hochsaison um Buckelwale zu sehen, die bis zu 100 m an den Leuchtturm herankommen. Doch auch schon im späten Dezember bis Ende Februar sind Wale zu sehen. (Öffnungszeiten: 1. Nov.-30. Apr./ Tägl. 10-14 Uhr).

Die meisten Surf-Wettbewerbe werden in der Hochsaison von Oktober bis April abgehalten, doch kann man wunderbar das ganze Jahr über Surfer vom Leuchtturm aus beobachten, die an den bekannten Spots Spanish Wall, Indicator und Steps unterwegs sind. Rincón ist ein sehr lebendiges Städtchen und bietet seinen Besuchern viel an Unterhaltung. Die Surferszene brachte die Reggae-Musik hierher, es gibt aber auch viele lokale Bands, die Latin-Rock spielen. Im März findet das Wal-Festival, im April das Rincón International Film Festival, im Mai das Kokosnuss-Festival, im August das Fest zu Ehren der Stadtpatronin Santa Rosa de Lima und im Juni ein internationaler Thriatlon-Wettbewerb statt.