San Germán

File 203Der malerische Ort in den Bergen an Puerto Ricos Westküste San Germán, etwa 23 km östlich von Mayagüez, ist nicht etwa nach den Deutschen benannt, sondern nach dem Schutzheiligen der Stadt Germain d´Auxerres. Nach der Ankunft der Spanier war San Germán die zweitgrösste Stadt Puerto Ricos bis sie um 1528 von den Franzosen erobert wurde. Die Gründung geht auf das Jahr 1512 zurück und heute ist der Ortskern von San Germán der am besten erhaltene im Kolonialstil ausserhalb der Altstadt von San Juan (Old San Juan oder San Juan Viejo). Ebenso wie die Hauptstadt wurde San Germán mit fast 250 historischen Gebäuden in die Liste des National Register of Historic Places der USA aufgenommen. Die prächtigen Häuserfassaden an den Plazas im Stadtzentrum zeugen von dem Reichtum, den einst der Kaffeeboom im 19. Jh. schuf. Darunter aber auch viele erhaltene Bauten des 16. und 17. Jh.

Die Stadt hat eine sehr lebendige Atmosphäre, ein Campus der Universität Puerto Ricos befindet sich hier und Bars, Cafés, Restaurants sowie das Nachtleben florieren hier hauptsächlich durch junge Leute, Studenten und Junggebliebene. Die Kathedrale an der Plaza San Francisco Quiñones ist dem Stadtpatronen geweiht, wurde 1739 errichtet, mehrmals restauriert und überrascht heute den Betrachter mit einem Mix aus barocken, kolonialen und neoklassizistischen Stilelementen.

In der Iglesia Porta Coéli von 1606 zeigt das Museo de Arte Religioso sakrale Kunstgegenstände und jede Menge Santos (Heiligenfiguren). Ihr Innenraum ist von imposanter Atmosphäre – Säulen tragen ein Dachgebälk aus Palmenholz (Öffnungszeiten: Mi-So 8.30-16.15Uhr/ Eintritt frei). Die Kirche überragt die Plaza Santo Domingo mit der viktorianischen Casa Morales, die zwar nicht öffentlich ist, aber auch von aussen betrachtet ziemlich beeindruckt. Ein Zeugnis des Jugendstils auf Puerto Rico ist die wunderschöne Casa Acosta y Flores von 1917, die heute ebenfalls in Privatbesitz ist.

Das Museo de Arte y Casa de Estudio, ein Kunstmuseum an der Calle Esperaza, ist in einem historischen Bau von 1903 untergebracht und zeigt Ausstellungsstücke zu Grafischer Kunst, Ölgemälde, sakrale Gegenstände zur christlichen Kunst aber auch zur indianischen Taíno-Kultur. Da viele der historischen Bauten in San Germán in Privatbesitz und somit leider nicht zugänglich sind, ist es sehr lohnenswert einen Streifzug durch den Museumsbereich, der sich mit kolonialer Innenarchitektur beschäftigt, zu machen (Öffnungszeiten: Tägl. 10-17Uhr).