Städte & Regionen

Auf der 175 km langen und 56 km breiten Insel Puerto Rico lebt mehr als 90 % der Bewohner in den Städten und neben einer bäuerlichen Landbevölkerung hat sich so eine hochgebildete, städtische Gesellschaft herausgebildet, die von der Industrie und vom Fremdenverkehr lebt. Touristen haben gleichermassen die Wahl zwischen eleganten Hotelanlagen und kleinen familiären Gästehäusern (Paradones), zwischen gehobenen Gourmetrestaurants vieler karibischer Spitzenköche, die von der Insel stammen, und gemütlichen, moderaten Lokalen, die puertoricanische Klassiker wie Fisch, gebackene Krebse, Hühnchen und Steaks servieren.

Um die 60% der Bevölkerung leben in den vier grössten Metropolen Puerto Ricos San Juan, Ponce, Mayagüez und Arecibo, Orte, die sich hauptsächlich an sanftabfallenden Küsten befinden und zugleich auch beliebte Badestrände bieten. Im Stadtkern dagegen merkt man schnell, das sich hier eine vibrierende, moderne, bilinguale und multikulturelle Gesellschaft herausgebildet hat, geformt durch spanische, afrikanische, indianische und amerikanische Einflüsse. So liegt der besondere Charakter der Städte auf Puerto Rico in dem vielfältigen historischen, politischen und kulturellen Erbe – Eigenschaften, die Voraussetzung und zugleich wichtigster Beitrag des heute einzigartig in Erscheinung tretenden Erlebniswertes sind.

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Puerto Ricos Gegenwart ist das Ergebnis von fast vierhundert Jahren spanischer und mehr als einem Jahrhundert amerikanischer Herrschaft. Während des Ersten Weltkrieges wurden die Puertoricaner Staatsbürger der USA. Als Gegenbewegung zu der raschen Amerikanisierung, die von den Städten ausging, machten Inselpolitiker ihr spanisches Erbe mobil und 1955 wurde das "Institute of Puerto Rico Culture" gegründet. Seine Hauptaufgabe wurde die Restaurierung der von den Spaniern angelegten Altstädte von San Juan, San Germán und Ponce. Ausserdem erforschten Archäologen und Historiker Stätten der Arawak-Indianer, der ältesten Urbevölkerung der Insel, und Stätten der darauffolgenden Taíno-Indianer, die die Insel besiedelt hatten, als die Spanier 1493 eintrafen. Das Erbe der puertoricanischen Urbevölkerung ist besonders gut in Arecibo und in Utuado in für Besucher geöffneten Stätten der indianischen Urbevölkerung zu sehen.

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Das nationale Kulturinstitut bewirkt seither, das einheimische Literatur, Malerei, Folklore und Rhytmen eine neue Blüte erleben. So stellen sich Puerto Ricos Städte heute als Gebiete mit zwei Kulturen dar: äusserlich amerikanisch, aber mit spanischer Seele, was sich nicht nur in Sprache und Kunst ausdrückt, sondern auch in der Liebe zu Familie und Verwandtschaft. Nirgendwo sonst spürt man das mehr als in San Juan, das eigentlich aus zwei Städten besteht: Das alte – Viejo – San Juan mit kopfsteingepflasterten Strassen, gusseisernen Balkonbrüstungen, reich verzierten Hausfassaden in pastellfarbenem Kolorit und der monumentalen, Widerstand erweckenden Festung San Felipe del Morro und die neue, moderne Stadt, mit einer hoch aufragenden Skyline, Bankenpalästen aus poliertem Marmor, mehrspurige, vom Verkehr verstopfte Strassen und klimatisierte Einkaufszentren. Volksmusik mit spanischem Ursprung kontrastiert zu den Klängen der Bomba, Tanz und Trommelklänge, die mit der Verschiffung der afrikanischen Sklaven auf die Insel kam.

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Die Puertoricaner sind zudem ein sehr lebendiges und feierfreudiges Volk und wenn Sie die Möglichkeit haben, verpassen Sie nicht eines der grossen Stadtfestivals wie die Feierlichkeiten zu Ehren der Schutzpatronen, das schillernde Blumenfest in Aibonito oder das Wal-Festival und Kokosnuss-Festival in der Surferstadt Rincón. Auch die Städte im hügeligen Inneland haben ihren Reiz, das Klima ist angenehm frischer und man geniesst z. B. in Aibonito, wo der Name nichts anderes bedeutet als ein Ausdruck über die Schönheit und Lage des Bergstädtchen, spektakuläre Aussichten über Gebirgslandschaften bishin zu den beiden Ozeanen.

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Egal ob Gross- oder Kleinstadt, überall finden Sie eine liebevoll restaurierte Altstadt mit einer dem Stadtheiligen geweihten Kirche, ehemaligen Herrenhäusern und öffentlichen Gebäuden aus der Zeit der Spanischen Kolonisation, Museen und Theater in historischen Bauten des 19. Jh. sowie sehr gut gepflegte Grünanlagen rund um die lokale Plaza, wo es sich im Schatten von Kokosnusspalmen, Mangobäumen oder purpurfarbenen Jacarandabäumen angenehm entspannen lässt.